Schlecker-Frauen verdienen Solidarität

Veröffentlicht am 26.03.2012 in Pressemitteilung
Schlecker

Betriebsrat Mayen-Remagen wirbt mit Andrea Nahles für effektive Transfergesellschaften mit Hilfe der Länder

ANDERNACH: Seit 24. März sind sie nun geschlossen. Rund 2000 Filialen des insolventen Unternehmens Schlecker hinterlassen mehr als 11.000 Menschen ohne Arbeit, die meisten von ihnen Frauen, die zehn und mehr Jahre für das Unternehmen gearbeitet haben. 3000 weitere Filialen stehen auf dem Spiel, wenn sich keine Lösung für deren Erhalt finden lässt. „Frust und Zukunftsangst plagen die meisten dieser Frauen“, erklärt die rheinland-pfälzische Betriebsratsvorsitzende Marion Tesche, deren Mendiger Filiale bereits im August 2011 schließen musste. „Damals wurden die meisten Filialen zugunsten der XL-Gesellschaften von Schlecker geschlossen. Jetzt schließen auch diese Filialen wie zum Beispiel die in Andernach“, schildert Tesche und stellt eine klare Forderung an die Politik: „Ich erwarte von der Politik, dass sie in neue Perspektiven für diese Menschen investiert und nicht in deren Arbeitslosigkeit. Wir haben schon bei 400 Verkaufsläden vorgemacht, wie sie als Dorfladenkonzept überleben können. Wenn die Politik nicht bald zu einem Ergebnis kommt, haben wir mehr als 26.000 Kolleginnen ohne Job zu verkraften.“

Eine klare Forderung, die die Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles nachvollziehen kann. „Klar ist, dass am Ende 3000 Schlecker-Filialen übrig bleiben, für die es einen hohen Investitionsbedarf gibt. Klar ist auch, dass viele dieser Filialen gerade im ländlichen Raum auf den Dörfern die Schlecker-Niederlassungen oft die einzigen Geschäfte überhaupt sind. Hier sehe ich die Nah-Versorgung auf dem Land stark gefährdet.“ Andrea Nahles bemängelt darüber hinaus, „dass die Bundesregierung bisher nichts, aber rein gar nichts getan hat, während auf Landesebene um Lösungen gerungen wird. An vorderster Front auch von Sozialministerin Malu Dreyer.“

Uwe Klemens, Verdi-Chef von Rheinland-Pfalz bittet deshalb Andrea Nahles um ihren Einsatz in Berlin: „Die Bundesregierung hat bisher die Füße still gehalten, obwohl es ein neues Konzept für Investitionen und damit die Sicherung der Zukunft geht. Ich verstehe deshalb nicht Philipp Röslers politische Weigerung, die Kreditanstalt für Wiederaufbau anzuweisen, Kredite zur Verfügung zu stellen, damit es für die Schlecker-Frauen weiter geht. Er gefällt sich in der Attitüde des harten Mannes. Das kann man den Frauen von Schlecker kaum klar machen.“

Klar ist, dass es zur Zeit um einen Finanzbedarf von 150 Millionen Euro pro Monat geht, mit dem die verbleibenden 3000 Schlecker-Filialen erhalten werden könnten. „An dieser Stelle erwarten wir auch, dass der Insolvenzverwalter des Unternehmens mit offenen Karten spielt. Seine Marschrichtung sollte das Handeln im Interesse der vielen Frauen sein.“

Für Maria Rinke, die zuständige Gewerkschafterin besonders ärgerlich: „Wir haben fast 20 Jahre für einen Tarifvertrag bei Schlecker gekämpft. Jetzt sollen die Frauen wieder in untertariflich bezahlte 400 Euro-Jobs wechseln, die heute im Einzelhandel an der Tagesordnung sind.“ Erst 2010 hatten die Mitarbeiterinnen von Schlecker für ihr Engagement den Betriebsrätepreis in Gold gewonnen. Sie hatten dafür gekämpft, dass eine Teilzeitkraft mit einer 26-Stunden-Woche 1500 Euro brutto im Monat verdienten. Andere Einzelhandelsbetriebe zahlen für den gleichen Aufwand 1000 Euro brutto. Wenn es so weiter geht, werden gerade die vielen Allein-Erziehenden, die bisher bei Schlecker arbeiteten, nicht mehr in der Lage sein, ohne staatliche Transferleistungen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Marion Tesche sagt dazu: „Den Frauen läuft die Zeit davon, und wir erwarten von der Politik, dass sie über das Geschacher um Geld nicht noch mehr Zeit zu unseren Lasten verstreichen lässt. Viele verstehen auch nicht, dass für die Bankenrettung wie selbstverständlich Milliarden zur Verfügung gestellt werden, während der Bund die Frauen allein lässt.“

Andrea Nahles weiß, wie sehr jetzt schnelle Hilfe angezeigt ist: „Malu Dreyer hat sich deshalb für die Transfergesellschaft ‚Weitblick‘ in Rheinland-Pfalz stark gemacht und unterstützt aktiv auch die Verhandlungen mit den Bundesländern. Jetzt wird es höchste Zeit, dass auch Angela Merkel und Philipp Rösler handeln. Die Schlecker-Frauen verdienen unser aller Solidarität.“

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:307
Online:2