Rhein-Zeitung: Nahles komplettiert Frauen-Trio

Veröffentlicht am 15.12.2008 in Aktuell

SPD-Delegiertenversammlung wählt stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD zu ihrer Direktkandidatin für Bundestag

An dieser Wahl gab es wohl nie Zweifel: Mit Andrea Nahles als Frontfrau ziehen die Sozialdemokraten im Wahlkreis 199 in den Bundestagswahlkampf 2009.

MARIA LAACH. Klare Sache: Andrea Nahles tritt für die SPD im Wahlkreis 199 bei der Bundestagswahl am 27. September des kommenden Jahres für das Direktmandat im Bundestag an. Bei der Delegiertenversammlung der Sozialdemokraten aus dem Kreis Ahrweiler und dem Altkreis Mayen in Maria Laach votierten 67 der 68 Delegierten für die stellvertretende Bundesvorsitzende. "Da ist ja noch Luft nach oben", kommentierte sie stolz lächelnd ihr bestes Ergebnis bei der nunmehr vierten Bewerbung für das Berliner Parlament.

Nahles komplettiert damit das Frauen-Trio, das sich am 27. September des kommenden Jahres für das Direktmandat im Bundestag im Wahlkreis 199 bewirbt. Mechthild Heil aus Andernach tritt als Nachfolgerin von Wilhelm Josef Sebastian (Dernau) für die CDU an, Christina Steinheuer aus der Grafschaft geht für die Liberalen aus den beiden Kreisverbänden ins Rennen.

Mit Selbstbewusstsein und großem Optimismus geht die 38-Jährige aus Weiler ins Wahljahr. "Wir werden die Bundestagswahl gewinnen. Weil wir gebraucht werden und keiner so für die SPD kämpfen wird wie ich", ist sie überzeugt. Nur die SPD stehe für Mitbestimmung ("weil das langfristig Betriebe und Arbeit sichert"), für Kündigungsschutz ("statt das Entlassen leichter zu machen"), und für gleichen Lohn für die gleiche Arbeit ("das muss auch für Leiharbeiter und für Frauen gelten"). Nahles will weiter für die Bürgerversicherung ("bei Rente und Gesundheit") kämpfen und sich für den verstärkten Einsatz regenerativer Energie einsetzen ("wir sind für eine sonnige Zukunft, nicht für eine strahlende"), die auch ökonomisch die beste Alternative sei. Auch in der Familienpolitik habe die SPD die besseren Konzepte, setze sich für Chancengleichheit bei der Bildung ein. Mit der Feststellung, dass Michael Glos nicht länger als Wirtschaftsminister zu ertragen sei und es bei der CDU nur Kronprinzen gäbe, die niemals König werden, schloss sie ihre rund 20-minütige Rede und wurde begeistert gefeiert.

Per Video stellten sich SPD-Parteigrößen von Steinmeier über Steinbrück bis Beck hinter ihre Vorstandskollegin und ihre Kandidatur. Leibhaftig übernahm diesen Part Wirtschaftsminister Hendrik Hering. "Andrea Nahles steht für Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sie ist bodenständig und engagiert. Sie läuft nicht dem Zeitgeist hinterher, sie vertritt klare Standpunkte. Bei ihr ist ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein", so Hering, der auch Regionalvorsitzender der SPD im Rheinland ist.

In ihrer politischen Karriere sei sie sturmerprobt, wisse mit Niederlagen umzugehen und Siege einzuschätzen. Er fand aber auch kritische Töne. Von der Großen Koalition hätte er sich mehr Mut beim Konjunkturprogramm gewünscht. Statt der von Nahles geforderten Konsumgutscheine hält er die Senkung der Lohnnebenkosten für das probatere Mittel, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Wirtschaft anzukurbeln.

Viel Beifall erntete Hering für eine große Bitte an die Bundes-SPD und ihre stellvertretende Vorsitzende: "Für die Kommunalwahl wünschen wir uns Rückenwind aus Berlin." Dazu passte auch sein Schlusssatz. Er forderte die Delegierten im Wahljahr dazu auf, klare Botschaften geschlossen nach außen zu tragen.

Auf die Landesliste der SPD für die Bundestagwahl nominierten die Delegierten den Bad Breisiger Ortsvereinsvorsitzenden Arnold Joosten. Für 40-jährige aktive Mitglied wurden Erwin Barabosch und Winfried Weiler geehrt.

Uli Adams

Rhein-Zeitung - Ausgabe Andernach vom 15.12.2008, Seite 19.

 
 

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