Soziale Marktwirtschaft ist der Schlüssel

Veröffentlicht am 15.12.2008 in Wirtschaftspolitik

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sieht die Welt durch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in einer "Zeitenwende". Nicht nur die Finanzmärkte bräuchten neue und verbindliche Regeln. Es gehe jetzt auch darum, die soziale Marktwirtschaft insgesamt neu zu fixieren als "Idee für das Zusammenleben in Europa und der Welt".

Im Interview mit dem Deutschlandfunk bekräftigte der SPD-Vorsitzende am Sonntag, dass die Bundesregierung geeignete Maßnahmen zur Krisenbewältigung getroffen habe. Darüber hinaus könnten aber noch weitere Schritte notwendig sein, um Arbeit zu schaffen und zu sichern, stellte Müntefering in Aussicht. Darum habe der Vizekanzler, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich Kommunalpolitiker eingeladen, um über Investitionsmöglichkeiten vor Ort zu beraten.

Die Folgen der derzeitigen Krise betrachtet der SPD-Vorsitzende als "Zeitenwende". "Wir müssen lernen und begreifen auf der Welt, dass die Finanzindustrie - das Geld - Regeln braucht, nach denen das funktioniert, und zwar solche Regeln, die den Ansprüchen des Sozialen und Demokratischen auch genügen." Diese und weitere Schritte könnten im nationalstaatlichen Rahmen nicht umgesetzt werden. Es gehe also darum, die soziale Marktwirtschaft als Idee für das Zusammenleben in Europa und der Welt zu empfehlen. Die Aufgabe des Staates in diesem Zusammenhang sei, demokratisch legitimierte Macht umzusetzen:

"Sozialstaat und soziale Gesellschaft und Sozialpartnerschaft sind unverzichtbare Größen in der sozialen Marktwirtschaft."

Die Entwicklung habe deutlich gezeigt, dass marktradikale Politik nicht hilfreich sei. "Menschen für Menschen, Generation für Generation. Das ist sinnvoll", sagte Müntefering und verwies in diesem Zusammenhang auf sozialdemokratische Positionen. "Diese große Idee der organisierten Solidarität, die eng zu tun hat mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie, das ist die Antwort, die in diese Zeit passt."

Gemeinsame Steuerpolitik für Europa

Europa müsse auf den Weg dorthin "eine gemeinsame Politik finden, die dichter ist und überzeugender als bisher", so Müntefering. Zunächst müsse es darum gehen, eine gemeinsame Steuerpolitik in Europa zu verfolgen. Es dürfe kein Steuerdumping mehr geben, und Steueroasen müssten trockengelegt werden.

In Köpfe und Herzen der Kinder und junger Menschen investieren

Als das zentrale Reformprojekt in Deutschland für die kommenden Jahre bezeichnete der SPD-Vorsitzende das Thema Bildung. Die Wohlstandssicherung des Landes und die Alterssicherung für die Zukunft hingen entscheidend davon ab, "wie viel Geld wir in die Köpfe und Herzen der Kinder und der jungen Menschen investieren. Und deshalb fängt alles Denken der Politik vernünftigerweise da vorne an."

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

04.09.2026 17:57 Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026
Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026 Die SPD-Bundestagsfraktion hat auf ihrer heutigen Klausursitzung folgende Beschlüsse gefasst: Wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren, Klimaanpassung vorantreiben Damit Fortschritt bei allen ankommt: gute Arbeit im KI-Zeitalter Beide Beschlusspapiere finden Sie auch hier.

03.09.2026 17:58 Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Wir gratulieren Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung zum Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Damit hat das Warten auf die Nachbesetzung von Christiane Schenderlein endlich ein Ende. Als zweifacher Olympiasieger bringt Rauhe umfangreiche eigene Erfahrungen aus dem Spitzensport mit. Sonja Eichwede, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Ich gratuliere Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung. Nach dem Wechsel von… Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:52
Online:1