"Stille Helden"

Veröffentlicht am 18.02.2009 in Aktuell

Gesellschaftliche Solidarität wird in der Zeit des Wandels für ein menschliches Miteinander immer wichtiger. Darauf hat der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering am Mittwoch in Berlin verwiesen. Neben der organisierten Solidarität - dem Sozialstaat - müsse vor allem ehrenamtliches Engagement gestärkt werden. Denn "jeder kann seine eigenen Fähigkeiten einbringen", appellierte Müntefering auf einer Veranstaltung in der Reihe "Das Neue Jahrzehnt".

Es geht darum, in der sozialen Bürgergesellschaft auch für die Zukunft Lebensqualität zu sichern. Müntefering beschrieb den tiefgreifenden Wandel der vergangenen und der kommenden Jahre, der in Deutschland grundlegende Rahmenbedingungen ändern wird: Heute leben die Menschen rund zehn Jahre länger als noch vor wenigen Jahrzehnten, es werden weniger Kinder geboren, zu viele verlassen die Schule ohne Abschluss, die Jugendlichen gehen später in den Beruf. Hinzu kommen die gestiegene Mobilität und die Entwicklung in den Informations- und Kommunikationstechnologien.

Auf diese Entwicklungen müsse reagiert werden, mahnte der SPD-Vorsitzende. So gelte es etwa, die räumliche Trennung innerhalb einer Familie gesellschaftlich abzufedern. Es gebe ja bereits hervorragende Beispiele für ehrenamtliches Engagement. Etwa in Sportvereinen, bei der Betreuung von kranken und alten Menschen oder Hilfen für lernschwache Schüler. Dies müsse die organisierte Solidarität, den "großen menschheitsgeschichtlichen Fortschritt", wie Müntefering betonte, ergänzen.

Insbesondere die Männer forderte der SPD-Vorsitzende auf, sich stärker sozial und ehrenamtlich zu engagieren. Denn dies leisten vor allem Frauen.

"Menschen für Menschen"
Zwei hervorragende Beispiele für die starke Wirkung von ehrenamtlichen Initiativen stellte Müntefering im moderierten Gespräch vor: Claudia Kotter hat mit anderen den Verein "Junge Helden" gegründet, der Ängste und Unsicherheit rund um das Thema Organspende abbauen will. Denn immer noch herrsche hierbei zu viel Unsicherheit, sagt sie. Die Botschaft, die sie und ihre Mitstreiter senden, ist: "Ja, wir können Leben weitergeben." Darum macht sie sich für die Verbreitung von Organspendeausweisen stark.

Der Gründer der Björn Schulz Stiftung, Jürgen Schulz, hat nach einem persönlichen Schicksalsschlag das Kinderhospiz "Sonnenhof" auf die Beine gestellt. Hinzu kommt der ambulante Kinderhospizdienst "Familienbegleiter", für den bereits mehrere hundert Ehrenamtliche tätig sind. Dabei geht es darum, unheilbar kranken Kindern ein schönes Leben zu ermöglichen und ihren Familien beizustehen. Denn die Eltern und Geschwister dieser Kinder leisteten unglaubliches, wie Schulz berichtet: "stille Helden", wie er sagt.

"Menschen für Menschen", so Müntefering. Darum gehe es in der sozialen Bürgergesellschaft. Und darüber, wie wir in Zukunft leben wollen, müsse jetzt diskutiert werden. Denn: "Nur, wenn man ein Ziel hat, kann man auch die richtigen Schritte dorthin machen."

 
 

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