Nahles: Schwarz-gelbe Gesundheitslüge

Veröffentlicht am 14.04.2010 in Bundespolitik

Angesichts sinkender Umfragewerte und zunehmendem Widerstand gegen die Kopfpauschale bemühen sich der Gesundheitsminister und der CDU-Generalsekretär in einem Gastbeitrag in der „Welt am Sonntag“ die gesundheitspolitischen Pläne zu vernebeln – und verschweigen wesentliche Einzelheiten. Andrea Nahles sagt, was die beiden vergessen haben.

Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen versuchen CDU und FDP wieder Land zu gewinnen. Die drohende Niederlage für Schwarz-Gelb veranlasste nun Gesundheitsminister Philipp Rösler gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe für die „Welt am Sonntag“ aufzuschreiben, welches Bild die Bürgerinnen und Bürger von der geplanten Kopfpauschale im Gesundheitswesen haben sollten. Dabei vernebeln die Politiker der schwarz-gelben Koalition mehr als dass sie aufklären.

Solidarität sei nur möglich, wenn Starke mehr beitragen als Schwache. Die Politik sei gefordert, das Gesundheitswesen auch unter den Bedingungen steigender Lebenserwartung und des medizinischen Fortschritts für alle bezahlbar zu erhalten. Aussagen, denen wohl jeder zustimmen kann. Dabei verschleiern Rösler und Gröhe, dass die Kopfpauschale ganz andere Folgen hätte. Anders als von beiden behauptet, würden Chefarzt und Krankenschwester eben doch in gleicher Weise belastet. Denn das ist das Wesen einer einkommensunabhängigen Pauschale, die im Koalitionsvertrag festgelegt ist. Und steigende Kosten durch die demografische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt werden einseitig auf die Versicherten umgelegt. Denn der Arbeitgeberbeitrag soll festgeschriebene werden. Kein Wort darüber, wie das für die Menschen bezahlbar bleiben soll.

Mehrwertsteuer steigt um bis zu vier Prozent

„Auf die Nettolüge folgt die Gesundheitslüge“ kommentierte so auch die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles den Gastbeitrag von Rösler und Gröhe. 40 Millionen Menschen würden durch die Kopfpauschale zu Bittstellern, weil sie ihre Beiträge nicht mehr bezahlen könnten. Verschwiegen werde zudem: „Um die Kopfpauschale zu finanzieren, müsste entweder die gesamte Einkommensteuer um drei bis fünf Prozent oder aber die Mehrwertsteuer um 2,5 bis vier Prozent erhöht werden“, erinnerte Nahles – Zahlen, die das Finanzministerium vorgelegt hatte. Die Versicherten müssten ihren Sozialausgleich auf dem Weg selbst finanzieren.

Rösler und Gröhe versuchten die Kopfpauschale „schönzuschreiben und schrecken dabei auch vor glatten Lügen nicht zurück“, stellte die SPD-Generalsekretärin fest. Dass die Menschen die Tricksereien aber durchschauen, zeigt hingegen die Resonanz auf den SPD-Aufruf „Nein zur Kopfpauschale“. Schon über 45.000 haben gegen die schwarz-gelben Pläne unterschrieben.

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:148
Online:1