Nahles: „Die Chaostage der FDP gehen weiter“

Veröffentlicht am 16.12.2011 in Bundespolitik

Die FDP ist handlungsunfähig. Der Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm zeige, dass die Partei tief gespalten sei, kommentierte Andrea Nahles. Auch in der Gesundheitspolitik erzielt die Partei keine Erfolge. Der Kandidat für den Vorsitz des Pflegebeirats verzichtete heute auf seinen Posten und stellte sich somit gegen die geplante Reform des FDP-Ministers Bahr.

In der Europapolitik gespalten

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler gab am Freitag die Ergebnisse des Mitgliederentscheids über den Euro-Rettungsschirm bekannt. Für die Position des Bundesvorstands, den von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Euro-Ländern geplanten ESM mitzutragen, stimmten nur 54 Prozent der Befragten. Das Quorum wurde knapp verfehlt, der Entscheid hat damit nicht den Status eines Parteitagsbeschlusses. Parteichef Rösler wertete das Ergebnis als „klar proeuropäisch“.

Dieses Abstimmungsergebnis zeige jedoch, dass die Partei an einer zentralen Frage tief gespalten sei, kommentierte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Freitag. Die EU-Politik der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung stehe damit weiterhin auf tönernen Füßen. „Die Chaostage der FDP gehen weiter. Rösler ist ein Vorsitzender auf Abruf“, so Nahles.

Sozialexperte gibt Gesundheitsminister Korb?

Auch in einem weiteren zentralen Projekt hat die FDP einen schweren Dämpfer erhalten. Heute erklärte der Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe, Dr. Jürgen Gohde, seinen Verzicht auf den Vorsitz des Pflegebeirats. Diese Expertenkommission will Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) einsetzen, um die Details der geplanten Pflegereform auszuarbeiten.

Nach monatelangen Gesprächen mit dem Gesundheitsminister erklärte Gohde, nun doch nicht den Vorsitz des Pflegebeirats übernehmen zu wollen. Er begründete seine Entscheidung damit, dass ein klares Finanzkonzept für die Pflegereform fehlt. Zudem vermisse er die politische Entschlossenheit der Regierung, spürbar mehr Demenzkranke zu tun.

Breite Kritik an „Pflege-Reförmchen“

?Die im November von der Regierung beschlossenen Pflege-Eckpunkte stehen seit langem in der Kritik von Patienten-, Wohlfahrts-, und Sozialverbänden. Sie bemängeln, dass mit den Pflege-Eckpunkten keine echten Verbesserungen für Demenzkranke, ihre Angehörigen noch für die in der Pflege arbeitenden erreicht werden.

Auch Gohde hatte in der Vergangenheit mehrfach vor einer Riesenenttäuschung bei der Pflegereform gewarnt. Er hatte stets betont, für eine Alibiveranstaltung nicht zur Verfügung zu stehen. Nun zog er die Konsequenzen.

Gohde-Rückzug offenbart Bahrs Scheitern

?Als weiteren Beleg für die Handlungsunfähigkeit der FDP und damit der Koalition wertet SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles den Rückzug von Gohde vom Pflegebeiratsvorsitz. Mit seinem Nichthandeln habe Gesundheitsminister Bahr die fähigsten Experten im Bereich Pflege unwürdig hingehalten und respektlos behandelt, kritisiert Nahles. „Noch unverantwortlicher ist sein Nichthandeln jedoch gegenüber den Betroffenen.“

Die SPD-Generalsekretärin zollte dem Sozialexperten Respekt für den „konsequenten Schritt“ und kündigte an, ihre Partei werde zügig mit ihm erörtern, „wie wir uns auf die schnelle Umsetzung einer Pflegereform mit neuem Pflegebedürftigkeitsbegriff und einer soliden Finanzierung mit einer Bürgerversicherung vorbereiten“.

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:8
Online:3