Mumm: "Ein Schlag ins Gesicht"

Veröffentlicht am 16.12.2008 in Aktuell

Harsche Kritik hat der scheidende Landrat Albert Berg-Winters an der Finanzpolitik aus Mainz geübt.

Der Landrat hat nicht Unrecht. Der kommunale Finanzausgleich hinkt ein wenig. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Anfangen muss man auch bei sich selbst - und einseitig Schuld zuzuweisen ist immer ein Zeichen mangelnder Selbstkritik.

Der Kreis, allen voran die absolute Mehrheit der CDU, betrieb ein Gerichtsverfahren am Europäischen Gerichtshof zur Müllbehandlung. Experten haben im Vorfeld die Aussichtslosigkeit dieses Prozesses angemahnt. Durchgeführt wurde er trotzdem, und der Kreis wurde von einem Koblenzer Rechtsanwaltsbüro vertreten. Die Kosten beliefen sich auf mehr als eine Million Euro. Das Resultat daraus war eine drastische Erhöhung der Müllgebühren, wie wir uns alle noch gut erinnern. Nebenbei bemerkt wirkt jetzt die Ankündigung der CDU kurz vor einer Wahl, eine Senkung der Gebühren um 5 Prozent zu beantragen, wie blanker Hohn. Wenn schon senken, dann vernünftig.

Seit Jahren besteht ein Gutachten, das den Landrat mahnt, seine sehr gute und immer weiter steigende Personaldecke zu überprüfen und gegebenenfalls zu minimieren. Dieses Gutachten wird einfach nicht beachtet. Die Öffentlichkeitsarbeit des Kreises ist sehr gut bestückt und kostet jedes Jahr nicht wenig Geld. Dafür wird im Gegenzug bei den Investitionen der kreiseigenen Schulen gespart. Dort fehlt richtig viel Geld, und die Schulleiter machen jedes Jahr darauf aufmerksam, ohne dass sich Konkretes tut (...). Kurzum, bevor man alle Schuld jemand anderem gibt, sollte man auch bei sich selbst anfangen. Die SPD-Fraktion im Kreis hat sich in den vergangenen Jahren immer kritisch mit der Müll- und Personalpolitik sowie der Schulpolitik des Kreises auseinandergesetzt.

Noch eine Anmerkung: Der Landrat schreibt mir als Stadtbürgermeister Mitte des Jahres, dass die Haushaltslage der Stadt Münstermaifeld sehr schlecht ist. Das haben wir auch gewusst und deshalb schon Anfang des Jahres ein Konsolidierungskonzept auf die Beine gestellt, das jetzt beim Nachtrag positiv durch die KV erwähnt wird. Wenn aber eine Bürgermeisterin Moesta ohne Absprache mit mir im Herbst dem Landrat eine Liste überplanmäßiger Ausgaben der Stadt schickt und dieser mir dann eine "lockere Ausgabenpolitik" unterstellt, dann darf einen ein solcher Artikel in der RZ schon ein wenig ärgern, denn in Münstermaifeld wurde viel investiert, vor allem auch in Kindertagesstätten. Dies ist nicht nur ein schlechter Stil, sondern auch ein Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlich Tätigen, denn die genannten Ausgaben waren Wille des Stadtrates, und alle Fraktionen in Münstermaifeld ziehen aufgrund der finanziellen Lage an einem Strang.(...)

Maximilian Mumm,
Stadtbürgermeister von Münstermaifeld
und SPD-Kreistagsmitglied

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:6
Online:2