Finanzwirtschaft braucht klare Regeln

Veröffentlicht am 14.10.2008 in Aktuell

Der kommissarische SPD-Vorsitzende, Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, hat eine "Neuordnung der globalen Finanzbeziehungen" gefordert. Dazu gehörten klare Regeln, Langfristigkeit im Denken von Managern sowie eine erweiterte G8, sagte Steinmeier dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Die Finanzbranche brauche eine "Neubesinnung" und müsse wieder eine "dienende Funktion gegenüber der Realwirtschaft" einnehmen, forderte der Vizekanzler. Auch seien klare Regeln für die globale Finanzwirtschaft notwendig. "Ein funktionierender Markt verlangt nach Gestaltung." Die SPD, erinnerte Steinmeier, fordere dies seit Jahren. Konkret müssten die Banken ihre Risiken klarer ausweisen, mehr Geld in Reserve halten und Manager stärker persönlich haften. Beim Internationalen Währungsfonds müsse zudem eine globale Finanzaufsicht geschaffen werden.

Zusätzlich sprach sich der kommissarische SPD-Vorsitzende für eine stärkere Einbindung großer Schwellenländer für internationales Krisenmanagement aus: "Wir brauchen eine Weltfinanzgruppe, eine erweiterte G8." Dazu sollten neben den G8-Staaten auch die kommenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Indien und China gehören, so Steinmeier.

Zudem müsse wieder eine "Langfristigkeit des Denkens" in der Finanzwirtschaft gelten. "Ein Manager sollte nicht nach den Renditen bezahlt werden, die er binnen eines Quartals erwirtschaftet, sondern innerhalb von mindestens drei Jahren".

Spiegel-Interview mit Frank-Walter Steinmeier im Wortlaut

 
 

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