Änderung der Solarstromvergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz: ein Ärgernis

Veröffentlicht am 19.03.2012 in Pressemitteilung

Andrea 2012

BERLIN: „Die Bundesregierung verbreitet mit ihren neuesten Kürzungsplänen zur Solarförderung Chaos und Unsicherheit in der Branche“, erklärt die Bundestagsabeordnete Andrea Nahles zur Diskussion um die Förderung der Photovoltaik (PV). „Anstatt die Systemintegration der Photovoltaik (PV) in der Energiewende voranzutreiben, vollführt die Bundesregierung eine systematische Kehrtwende und will die Zukunft der Branche in die Hände der Ministerien legen. Das kann nicht richtig sein“; erklärt Andrea Nahles.

Die Photovoltaik in Deutschland ist für Andrea Nahles nicht nur unverzichtbarer Teil der Energiewende und des Klimaschutzes. „Sie generiert regionale Wertschöpfung in Milliardenhöhe. Und für die Bürgerinnen und Bürger bietet sie vielfältige Beteiligungs¬modelle. Darüber hinaus liefert sie genau dann den meisten Strom, wenn er am dringendsten benötigt wird, nämlich zur sogenannten Mittagsspitze. Das wiederum dämpft den Börsenpreis, wovon auch Großkunden aus der deutschen Industrie in großem Umfang profitieren. Diese Entwicklung wird jetzt von der Bundesregierung torpediert. Ganz im Sinne der großen Energielieferanten.“

Nahles stellt klar, dass eine Überförderung kontraproduktiv für die Weiterentwicklung der Solarindustrie ist. „Das EEG war seit jeher ein Instrument zur Markteinführung, das durch regelmäßige Degressionsschritte Kosten¬senkungen anreizen sollte“ erinnert sie an alte Vereinbarungen. „Wir werden am 21. März eine Expertenanhörung im Umweltausschuss durchführen, um besser bewerten und prüfen zu können, ob die geplanten Kürzungen für die deutsche Solarindustrie überhaupt verkraftbar sind. Ich gehe davon aus, dass gerade kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe die Kürzungen nicht verkraften werden.“

„Die Neuregelungen sollen nach dem Willen der Koalitions¬fraktionen zum 1. April 2012 in Kraft treten. Das halten wir für zu kurzfristig. Und es ist auch nicht gerechtfertigt, dass nur für Freiflächenanlagen eine Übergangsregelung gelten soll, die besagt, dass Anlagen, die vor dem 1. März einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan vorweisen können und vor dem 1. Juli 2012 in Betrieb genommen werden, die alte Einspeisevergütung gilt.“

Die festen monatlichen Vergütungsabsenkungen lehne die SPD auch deshalb ab, weil die monatlichen Kürzungsschritte insbesondere den Handwerkern vor Ort sowie den Verteilnetzbetreibern einen unverhältnismäßig hohen organisatorischen Aufwand abverlangen.

Ein weiteres Ärgernis: Die geförderte Strommenge soll unter dem Deckmantel der „Marktintegration“ darüber hinaus bei Anlagen bis 10 Kilowatt auf 85 Prozent und bei allen größeren Anlagen auf 90 Prozent der in einem Kalenderjahr erzeugten Strommenge begrenzt werden. „Das ist ein klarer Systembruch und eine Kürzung durch die Hintertür“, kritisiert Nahles. Wir setzen auf positive Anreize, um die Erneuerbare Energien in den Markt zu integrieren. Dazu gehört neben dem Eigenver¬brauchsbonus der von uns seit langem geforderte Kombikraftwerksbonus und das bewährte Grünstromprivileg, das im vergangenen Jahr von der Bundesregierung quasi abgeschafft wurde.“

„Wir fordern bereits seit Anfang 2011 vierteljährliche Vergütungsabsenkungen bei der Solarförderung, die sich der Marktentwicklung anpassen, Kontinuität in den Markt bringen und der Branche ein gesundes Wachstum ermöglichen sollen. So wollen wir verlässliche und stabile Rahmenbedingungen für Investoren, Hersteller und Handwerker schaffen. Wir wollen auch weiterhin einen dynamischen Ausbau der Photovoltaik. Im Freiflächensegment treten wir für eine deutliche Stärkung der Planungshoheit der Kommunen ein. Zudem wollen wir die netzstabilisierende Wirkung von Großanlagen verstärkt anreizen und dem gesamten System zu Nutze machen.“

Die Photovoltaik dürfe man nicht ausgerechnet dann abwürgen, wenn sie günstig wird. Wertschöpfung ginge so massiv verloren. Der weitere Zubau werde zudem aufgrund der stark gesunkenen Vergütungssätze nur noch einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Entwicklung der Stromkosten haben.

„Zentral Aufgabe der Politik muss es sein, dass wir die deutsche Solarbranche für die Zukunft rüsten und so Arbeitsplätze sichern. Dafür müssen wir massiv Investitionen in Forschung und Entwicklung anreizen und fördern. Nur wenn die deutsche Solarindustrie technologisch führend, hoch innovativ und spezialisiert ist, kann sie zukünftig gegen die Billigkonkurrenz aus China bestehen“, schloss Nahles.

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

04.09.2026 17:57 Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026
Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026 Die SPD-Bundestagsfraktion hat auf ihrer heutigen Klausursitzung folgende Beschlüsse gefasst: Wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren, Klimaanpassung vorantreiben Damit Fortschritt bei allen ankommt: gute Arbeit im KI-Zeitalter Beide Beschlusspapiere finden Sie auch hier.

03.09.2026 17:58 Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Wir gratulieren Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung zum Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Damit hat das Warten auf die Nachbesetzung von Christiane Schenderlein endlich ein Ende. Als zweifacher Olympiasieger bringt Rauhe umfangreiche eigene Erfahrungen aus dem Spitzensport mit. Sonja Eichwede, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Ich gratuliere Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung. Nach dem Wechsel von… Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:7
Online:1