Spitze für Europa

Veröffentlicht am 11.12.2008 in Europa

"Wenn wir Europa stark und sozial machen wollen, dann müssen wir die EU nach links schieben", sagte Martin Schulz bei der SPD-Europadelegiertenkonferenz in Berlin, bevor er mit überwältigender Mehrheit zum Spitzenkandidaten für die Europawahl 2009 gewählt wurde.

Die Finanzkrise zeige: Die neokonservative Philosophie, die ein reines Markteuropa wolle, sei gescheitert. Die richtige Antwort auf die Globalisierung, so Schulz, sei ein starkes und soziales Europa. Der SPD-Spitzenkandidat für das Europaparlament forderte, die europäische Tradition der Sozialstaatlichkeit progressiv weiterzuentwickeln. Dazu müsse das Wirtschaften im europäischen Binnenmarkt in eine politische und soziale Ordnung eingefasst werden. Darüber hinaus müsse Europa sein politisches Gewicht auch für eine friedliche und sozial gerechte Gestaltung der Globalisierung einsetzen.

Angesichts der internationalen Finanzmarktkrise bekräftigte der EU-Spitzenkandidat die Forderung seiner Partei nach weitreichenden Reformschritten für eine neue europäische und internationale Finanzmarktarchitektur. Notwendig sei eine erhöhte Transparenz, verbesserte Regulierung und eine europäisch wie international gestärkte Finanzmarktaufsicht. Dies habe die SPE-Fraktion bereits vor einem Jahr im EU-Parlament gefordert und sei dafür von Konservativen und Liberalen als ewiggestrig beschimpft worden. Heute, angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, forderten Konservative und Liberale plötzlich das Gleiche. "Die haben das jetzt erst entdeckt, aber wir sind das Original", sagte Schulz unter dem Beifall der Delegierten. Schulz betonte, die europäische Sozialdemokratie setze sich für eine nachhaltige Klimapolitik ein und werde das langfristig existentielle Ziel des Klimaschutzes nicht einer kurzfristigen Aktionspolitik in Zeiten der Finanzkrise opfern. Vielmehr gelte es, die europäische Technologieführerschaft in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien weiter auszubauen. Denn damit seien große Chancen für Wachstum und Beschäftigung verbunden. Ausdrücklich plädierte Schulz für eine baldige Ratifizierung des neuen Lissabon-Vertrages der EU durch alle EU-Mitgliedstaaten. Der Lissabon-Vertrag mache die Europäische Union demokratischer, handlungsfähiger und bürgernäher. "Soziale Gerechtigkeit in diesem Land und durch dieses Land in der Europäischen Union, dass ist es, was wir in 2009 wollen." Dafür stehe die SPD, sagte Schulz, der von der EU-Delegiertenkonferenz der SPD nach seiner Rede mit einem überwältigenden Ergebnis von 99,2 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt wurde. Das Wahlergebnis von Martin Schulz
  • Abgegebene Stimmen: 264
  • davon gültige Stimmen: 262
  • Ja-Stimmen 260 (99,2 Prozent)
  • Nein-Stimmen: 1
  • Enthaltungen 1
Hier finden Sie weitere Informationen:
 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

14.09.2026 17:54 Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise
Regulatorischer Spritpreisdeckel zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern Die steigenden Spritpreise sorgen erneut für Belastungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angesichts der Tatsache, dass die Preise an den Zapfsäulen auch jetzt wieder stärker und schneller gestiegen sind, als der Ölpreis und die Verarbeitungs- und Transportkosten es zu rechtfertigen vermuten, fordern wir erneut einen regulatorischen Spritpreisdeckel zur… Armand Zorn zur aktuellen Lage der Spritpreise weiterlesen

14.09.2026 17:53 Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland
Schließung deutscher Goethe-Institute in Russland ist großer Fehler Nancy Faeser, zuständige Berichterstatterin: Seit dem 13.09.2026 schließt Russland die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Entscheidung als schweren Rückschlag für den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch. Die Institute stärken die Verbindungen zwischen Deutschland und der russischen Zivilgesellschaft über Regierungen hinaus. „Die Schließung der… Nancy Faeser zur Schließung der Goethe-Institute in Russland weiterlesen

04.09.2026 17:57 Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026
Beschlusspapiere Klausur der SPD-Bundestagsfraktion am 03./04. September 2026 Die SPD-Bundestagsfraktion hat auf ihrer heutigen Klausursitzung folgende Beschlüsse gefasst: Wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren, Klimaanpassung vorantreiben Damit Fortschritt bei allen ankommt: gute Arbeit im KI-Zeitalter Beide Beschlusspapiere finden Sie auch hier.

03.09.2026 17:58 Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Wir gratulieren Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung zum Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Damit hat das Warten auf die Nachbesetzung von Christiane Schenderlein endlich ein Ende. Als zweifacher Olympiasieger bringt Rauhe umfangreiche eigene Erfahrungen aus dem Spitzensport mit. Sonja Eichwede, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Ich gratuliere Ronald Rauhe herzlich zu seiner Ernennung. Nach dem Wechsel von… Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:50
Online:2