Politik trifft Schule

Veröffentlicht am 16.11.2008 in Aktuell

Zum Schulbesuchstag stellte sich Clemens Hoch den Fragen und Wünschen von Schülerinnen und Schülern.

„Was bedeutet der 9. November für die Gesellschaft?“ Clemens Hoch sprach im Andernacher Bertha-von-Suttner- und im Kurfürst-Salentin-Gymnasium sowie in der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Mendig mit Schülerinnen und Schüler über das historische Datum, das wie kein anderes glückliche und tragische Momente in der deutschen Geschichte miteinander verbindet.

„Wir haben den 9. November deshalb als Schulbesuchstag ausgewählt, weil wir mit diesem Datum die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 und den Fall der Mauer 1989 als wichtige Meilensteine der demokratischen Entwicklung feiern“, erklärt der Landtagsabgeordnete Hoch. „Zum anderen bleibt der 9. November verbunden mit der Reichspogromnacht 1938 und den Schrecken der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Kein anderer Tag bietet sich so besonders an, über Lehren aus unserer Geschichte und Grundwerte und Probleme der Demokratie zu informieren und zu diskutieren.“

Doch nicht nur die Deutsche Geschichte interessierte die Schülerinnen und Schüler. Von der Arbeit eines Politikers wollten sie mehr erfahren. Davon, wie man Politiker wird und warum. Und auch welches zurzeit die wichtigen Diskussionsthemen in Land sind.
Deshalb waren sie interessiert zu erfahren, was es mit der anstehenden Schulstrukturreform auf sich hat. Clemens Hoch, stellte die Pläne des Landes vor und formulierte Ziele: „Wir wollen, dass mehr junge Menschen gute Schulabschlüsse machen und auf die Universitäten gehen. Wir sind überzeugt davon, dass wir das mit den neuen Realschulen plus und den Integrierten Gesamtschulen erreichen können.“

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Dass niemand in Rheinland-Pfalz damit rechnen müsse, dass das Land am Ende doch noch Studiengebühren erhebt, bekräftigte Clemens Hoch und erklärte vor allem in Mendig, warum es künftig die Hauptschule alten Zuschnitts nicht mehr geben wird. „Im Kern hat das zwei Gründe. Zum einen gibt es immer weniger Eltern, die sich mit einem Hauptschulabschluss ihrer Kinder zufrieden geben. In den letzten Jahren hat sich deshalb die Zahl der Hauptschüler auf 36 000 halbiert. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass kaum noch Unternehmen bereit sind, Hauptschüler als Auszubildende einzustellen. Darauf muss Politik im Sinne der Schülerinnen und Schüler reagieren.

Dass Mendig einen so guten Ruf als Hauptschule hat, sei leider keine Selbstverständlichkeit, erklärte Hoch. Denn andere Hauptschulen kämpften mit ihrem Image. Aber ein viel gewichtigerer Grund kommt für Clemens Hoch hinzu: „Wir stellen fest, dass unser bisheriges Schulsystem die Kinder viel zu früh auf eine bestimmte Schullaufbahn festlegen.“ Es gebe nun mal viele, die sich erst später mit dem Umfeld Schule zurechtfinden. Dann aber würden sie schon auf eine bestimmte Schullaufbahn festgelegt. „Deshalb“, so Hoch, „sorgen wir mit der Schulstrukturreform dafür, dass Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen. Davon profitieren die leistungsschwächeren Schüler ebenso wie die leistungsstarken, deren soziale Kompetenz dadurch gestärkt würde, dass sie den Schwächeren zur Seite stehen.“

Außerdem, erläuterte er, böten die Realschule plus und die neue IGS in Zukunft vermehrt Wahlpflichtfächer, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichten, sich ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend schulisch zu engagieren: „Damit stellen sie auch zielgerichtet die Weichen für ihre spätere berufliche Laufbahn und können den Arbeitgebern schon Fähigkeiten anbieten, die sie für ihren Beruf in der Schule gelernt haben.“

 
 

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