Deutschland braucht einen dauerhaften Energiekonsens!

Veröffentlicht am 21.04.2011 in Bundespolitik

Die Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles erläutert den Beschluss des SPD-Präsidiums zu einem dauerhaften Energiekonsens

BERLIN: Deutschland braucht einen Energiekonsens, der dauerhaft zum Ausstieg aus der Atomenergie zurückkehrt und den Umstieg auf erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und moderne Kraftwerke beschleunigt. „Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, vor allem aber auch die mittelständische Wirtschaft, die deutsche Industrie und die Energielieferanten brauchen endlich sichere Rahmenbedingungen und Planungssicherheit“, begründete Nahles die Initiative der SPD. Nahles: „Die SPD bietet eine intensive Zusammenarbeit bei der Erneuerung des Energiekonsenses, den wir bereits 2002 einmal erreicht hatten. Aber es gibt für diese Zusammenarbeit auch Voraussetzungen.“

Die erste Voraussetzung ist für die SPD-Generalsekretärin die dauerhafte Abschaltung der sieben ältesten und gefährlichsten Atomreaktoren. „Das AKW Krümmel muss dazu kommen“; sagt Nahles und: „Eine Laufzeitübertragung auf andere Kernkraftwerke darf nicht stattfinden. Bis spätestens 2020 – wenn möglich früher – müssen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz“, forderte Nahles.

Die SPD erwartet, dass alle verbleibenden Atomkraftwerke auf der Grundlage moderner Sicherheitsstandards überprüft werden. Mit einer nur sechswöchigen Beratung der Reaktor-Sicherheitskommission ist das nicht zu erreichen, prognostizierte die Generalsekretärin der SPD.

Zum Energiekonsens gehöre zwingend die Klärung der Endlagersuche für hochradioaktive Stoffe. Nahles erläuterte: „Die dafür notwendigen Sicherheitskriterien für Endlager und für eine ergebnisoffene Standortsuche liegen bereits seit 2008 vor. Für die Endlagersuche – auch in Bayern und Baden-Württemberg – hat die SPD bereits 2006 einen Vorschlag eingebracht. Den lehnte Angela Merkel ab.“
Für den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie und den beschleunigten Umstieg in die erneuerbaren Energien macht die SPD folgende Vorschläge:

„Wir brauchen eine Kampagne für Energieeffizienz. Deutschland muss bis 2020 acht bis zehn Prozent des Stromverbrauchs reduzieren. „An dieser Stelle definierten CDU/CSU und FDP immer anspruchsvolle Ziele, konkret wurde keines auch nur im Ansatz umgesetzt“, berichtet Nahles. „Mir liegen dabei Förderprogramme für kleine und mittelständische Betriebe des produzierenden Gewerbes und der Industrie sowie für einkommensschwache Haushalte besonders am Herzen“, betonte die Sozialdemokratin.

Die Stromversorgung aus regenerativen Anlagen soll bis zum Jahr 2020 auf rund 40 Prozent gesteigert werden. „Der Plan ist ambitioniert, aber machbar“, so Nahles. „Verstärkt werden muss auch die Stromerzeugung aus Biomasse“, forderte Nahles. Biomasse ermögliche eine verlässliche und bedarfsgerechte Stromerzeugung.

„Wir müssen die Europäisierung der Stromversorgung weiter ausbauen“, betonte Nahles weiter. „Der hohe Anteil an regenerativer Stromerzeugung kann nicht effizient nur in Deutschland integriert werden. Deshalb benötigen wir einen Ausbau der europäischen Netzinfrastruktur.“ Mit ihm einhergehen müsse die Harmonisierung der Fördersysteme in Europa. „Gerade die offshore-Windenergienutzung in der Nord- und Ostsee und der dazu notwendige Aufbau eines offshore-Netzes kann nur sinnvoll und effizient in Kooperation mit unseren europäischen Nachbarn erfolgen.“

Weitere wichtige Punkte seien der Ausbau von Speicherkraftwerken, vor allem kurzfristig ein Zubau von Pumpspeicherkraftwerken, wie er derzeit in Baden-Württemberg auf der Tagesordnung stehe, ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm für neue Speichertechnologien sowie der Ausbau von KWK- und BHKW-Anlagen. Zielgruppen sind hier insbesondere die Privathaushalte. Viele mittelständische Unternehmen haben für sie Micro-KWK entwickelt, für deren Markteinführung ca. 50 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden sollten. „Hierfür muss es bei der von der SPD durchgesetzten Förderung der industriellen Nutzung von KWK bleiben“, sagte Nahles.

„Neben all diesen Punkten ist aber auch die Modernisierung von alten konventionellen Kraftwerken erforderlich“, erklärte Nahles und bedauerte: „Die Modernisierung des Kraftwerksparks ist in Deutschland mit CDU/CSU und FDP praktisch zum Erliegen gekommen.“ Die Bundesregierung habe den Unternehmen – insbesondere den Stadtwerken – jede Planungssicherheit und jede Wettbewerbsfähigkeit gegen die vier Atomkraftwerksbetreiber genommen.

 
 

Homepage SPD Mayen-Koblenz

News

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Besucher:783577
Heute:116
Online:9